Anhang A

Anhang A: Technische Methodik und Datenfluss

Dieser Anhang beschreibt die technischen Daten- und Verarbeitungsschritte der LLM Testsuite detaillierter als der Haupttext der Methodikstudie, bleibt jedoch auf der Ebene der Methodik. Die konkrete interne Implementierung und der Quellcode sind nicht Bestandteil.

Zweck und Abgrenzung

Dieser Anhang beschreibt die technische Methodik so detailliert, dass Datenfluss, Zuständigkeiten, Bewertungsstufen und veröffentlichte Kennzahlen nachvollzogen werden können.

Der Anhang enthält bewusst keinen Quellcode, keine internen Skripte, keine ausführbaren Befehle, keine Zugangsdaten und keine betriebliche Infrastrukturkonfiguration. Diese Elemente gehören zur konkreten Implementierung und werden nicht veröffentlicht.

Stufenmodell der Verarbeitung

Stufe Eingabe Verarbeitung Ergebnis
Testdefinition fachliche Test-Idee ID, Prompt, Kategorien und Bewertung festlegen versionierter Testfall
Ausführungsableitung Testfall und Modell-Inventar Prompts und Modellselektion erzeugen ausführbare Laufkonfiguration
Modell-Ausführung Prompt, Modell und Laufparameter mehrere Runs starten und protokollieren rohe Laufdatensätze
Normalisierung heterogene Provider-Antworten gemeinsames Run-Format bilden einheitliche Datensätze
technische Klassifikation normalisierte Runs Timeout, Fehler, Leer-Ausgabe oder Erfolg bestimmen technischer Status
fachliche Bewertung technisch verwertbare Antwort deterministische Regel oder LLM-Judge anwenden Label, Score und Begründung
Aggregation bewertete Runs Gruppierung und Kennzahlenberechnung Modell-, Testfall- und Kategorie-Übersichten
Qualitätssicherung Reports, Metadaten und Stichproben Konsistenz und Freigabe prüfen freigegebener Build
Veröffentlichung freigegebener Build LLM Testsuite Dashboard und optionale Exporte erzeugen öffentliches Ergebnis-Angebot

Zentrale Daten-Objekte

Die Architektur verwendet logisch getrennte Daten-Objekte. Ihre konkrete Speicherung kann sich technisch ändern, ohne die Methodik zu verändern.

Daten-Objekt Inhalt
Testfall ID, Serie, Beschreibung, Kategorien, Prompt, Sollwert und Bewertungsmodus
Modellmetadaten Modellname, Familie, Variante, Provider und Ausführungsweg
Run einzelne Modell-Antwort mit Zeit- und Status-Informationen
Bewertungsregel deterministische Kriterien oder Judge-Rubrik
Bewertung Status, Label, Score, Begründung und Regelversion
Aggregation Kennzahlen für eine definierte Gruppe von Runs
Build-Manifest Versionen, Zeitstempel, Prüfsummen und Freigabestatus
Dashboard-Stand geprüfte und für die Veröffentlichung aufbereitete Ergebnisse

Aufbau einer Testfalldefinition

Ein Testfall enthält mindestens:

Feldgruppe Funktion
stabile Identifikation eindeutige Zuordnung über alle Prozess-Stufen
fachliche Beschreibung erklärt die geprüfte Fähigkeit
Prompt konkrete Eingabe an das Modell
Kategorien ordnen Domäne, Format, Standard und Fähigkeit zu
erwartetes Ergebnis definiert den fachlichen Zielzustand
Bewertungsmodus legt deterministische oder semantische Prüfung fest
Versionsmerkmale Datum, Hash oder Regelversion für spätere Vergleiche

Ein Prompt-Fingerabdruck stellt fest, ob zwei Runs wirklich auf demselben Prompt-Stand beruhen. Eine Änderung an Leerzeichen, Struktur oder Inhalt kann je nach Untersuchungsziel eine neue Testversion begründen.

Modellmetadaten

Für jedes Modell werden mindestens Modellname und Ausführungsweg gespeichert. Soweit verfügbar werden Familie, Variante, Größenklasse, Kontext-Angabe, Eingabe-Art und Provider ergänzt.

Die Modell-Identifikation muss präzise genug sein, um Varianten nicht zu vermischen. Ein Familienname allein reicht nicht aus, wenn mehrere Größen, Quantisierungen oder Cloud-Versionen getestet werden.

Run-Format

Ein Run ist die kleinste Beobachtungseinheit. Er verbindet genau einen Testfall mit genau einem Modell und genau einer Wiederholung.

Typische Felder sind:

Bereich Felder
Identität Testfall-ID, Modellname, Run-Index, Zeitstempel
Herkunft Ausführungsweg, Provider und Laufkonfiguration
Technik Timeout, Rückgabestatus, Abschlussgrund
Zeit Start, Ende und Dauer
Inhalt Antwort-Text, Vorschau und Antwortlänge
Prompt Prompt-Fingerabdruck und Prompt-Länge
Bewertung technischer Status, Bewertungslabel, Score und Begründung

Die vollständige Antwort kann für interne Prüfung erhalten bleiben. Für das öffentliche LLM Testsuite Dashboard kann abhängig von Freigabe und Datenschutz eine Vorschau, eine gekürzte Antwort oder nur eine Aggregation gezeigt werden.

Technische Statusklassen

Status Interpretation
erfolgreich Run liefert eine fachlich bewertbare Antwort
Timeout Zeitlimit wurde überschritten
leere Ausgabe keine nutzbare Antwort vorhanden
API- oder Provider-Fehler Schnittstelle oder Dienst meldet einen Fehler
nicht erfolgreicher Abschluss lokaler oder externer Prozess endet mit Fehlerstatus
besonderer Abschlussgrund provider-spezifischer Abbruch oder unvollständiger Abschluss

Der technische Status wird vor der fachlichen Bewertung bestimmt. Damit bleibt erkennbar, ob ein Score aus einer inhaltlich falschen Antwort oder aus einem technischen Ausfall resultiert.

Deterministische Bewertungsformen

Die LLM Testsuite verwendet unterschiedliche deterministische Bewertungsformen:

Form Geeignete Aufgaben
exakter Vergleich einzelne Zahl, Code oder streng definierte Zeichenfolge
normalisierter Vergleich Antwort mit tolerierbaren Leerzeichen- oder Format-Unterschieden
Enthaltensein Sollwert muss in einer ansonsten zulässigen Antwort vorkommen
Musterprüfung mehrere alternative Schreibweisen sind zulässig
Pflichtstrukturprüfung geforderte Elemente, Attribute oder Bestandteile müssen vorhanden sein
Parser- und Validator-Prüfung XML, JSON oder andere strukturierte Ausgaben müssen formal gültig sein
testfallspezifische Logik Aufgabe benötigt eine eigene, dokumentierte Entscheidungsregel

Teilbewertungen können sinnvoll sein, wenn ein Ergebnis einige, aber nicht alle Pflichtbestandteile enthält. Die Semantik solcher Teilwerte wird pro Regel dokumentiert.

Semantische Bewertung durch einen LLM-Judge

Der LLM-Judge erhält eine strukturierte Bewertungsaufgabe. Dazu gehören Testfallbeschreibung, erwartete Inhalte, Muss-Kriterien, Ausschlusskriterien und die zu bewertende Modell-Antwort.

Das Judge-Ergebnis enthält mindestens:

Feld Funktion
Label fachliche Klasse, beispielsweise korrekt, überwiegend korrekt, teilweise oder falsch
Score numerische Abbildung des Labels
Begründung kurze Erläuterung des Urteils
erkannte Treffer erfüllte Kriterien
fehlende Punkte nicht erfüllte Kriterien
Judge-Version verwendetes Modell und Rubrikstand

Judge-Urteile werden nicht als objektive Wahrheit behandelt. Sie sind eine versionierte Messung, die durch Stichproben und Kontrolltests geprüft werden muss.

Cache und Neubewertung

Semantische Bewertungen können zwischengespeichert werden. Der Cache muss sich auf den Inhalt und die Bewertungsbedingungen beziehen. Ändern sich Modell-Antwort, erwartetes Ergebnis, Judge-Modell, Prompt-Version oder Rubrik, ist eine Neubewertung erforderlich.

Dieses Prinzip verhindert, dass veraltete Judge-Urteile unbemerkt auf neue Regeln übertragen werden.

Bewertungsfelder

Feld Bedeutung
technischer Status Ergebnis der technischen Klassifikation
Evaluations-Status bewertet, ohne Regel, technischer Fehler oder Judge-Fehler
Bewertungslabel maschinenlesbare fachliche Klasse
Correctness Score fachliche Qualität technisch verwertbarer Antworten
effektiver Score produktive Gesamtbewertung unter Einbeziehung technischer Fehler
Regelreferenz verwendeter Bewertungsmodus und Versionsstand
Begründung nachvollziehbare Erklärung des Resultats

Aggregationskennzahlen

Kennzahl Aussage
Runs Anzahl der Einzelbeobachtungen
technisch erfolgreich verwertbare Modell-Antworten
Timeouts Überschreitungen des Zeitlimits
leere Antworten technisch abgeschlossene, aber inhaltslose Runs
API- oder Provider-Fehler externe oder lokale Schnittstellenfehler
ohne Regel technisch erfolgreiche Runs ohne fachliche Bewertung
bewertet Runs mit deterministischer oder semantischer Bewertung
durchschnittlicher Correctness Score Mittelwert der fachlichen Scores
durchschnittlicher effektiver Score Mittelwert einschließlich technischer Fehler
vollständig korrekte Runs Anzahl der Runs mit maximalem Score
Korrektrate Anteil vollständig korrekter Runs an den bewertbaren Beobachtungen
Medianlaufzeit typische Dauer erfolgreicher Runs
P95-Laufzeit obere Laufzeitcharakteristik erfolgreicher Runs

Gruppierungsebenen von Aggregationen

Aggregationen werden für mehrere Ebenen erzeugt:

  1. Modell,
  2. Testfall,
  3. Modell-Testfall-Kombination,
  4. Kategorie,
  5. Zugangsweg,
  6. Bewertungsverfahren.

Die Auswertung nach Modell-Testfall-Kombination ist die wichtigste Grundlage für Fähigkeitsprofile. Ein globaler Modellwert kann Unterschiede zwischen einzelnen Standards und Aufgaben verdecken.

Dashboard-Build

Ein veröffentlichter Stand des LLM Testsuite Dashboards wird aus geprüften Aggregationen, Run-Metadaten und Beschreibungen erzeugt. Er enthält je nach Freigabestufe:

  • Übersichtskennzahlen,
  • Modell- und Testfall-Tabellen,
  • Kategorie-Ansichten,
  • Modell-Testfall-Matrix,
  • Laufzeit-Ansichten,
  • technische Statuswerte,
  • Judge-Ergebnisse,
  • Detail-Informationen zu einzelnen Runs,
  • maschinenlesbare Exporte.

Die Veröffentlichung ist ein kontrollierter Build und keine direkte Ansicht auf laufende interne Prozesse.

Build-Manifest und Provenienz

Ein Build-Manifest kann folgende Informationen enthalten:

Information Zweck
Build-Kennung und Datum eindeutige Referenz für Artikel und Zitate
Methodenfassung Zuordnung zur vorliegenden Studie
Testkatalogversion Zuordnung der Testdefinitionen
Anzahl Modelle, Testfälle und Runs Abdeckung des Datenstands
Regel- und Judge-Versionen Nachvollziehbarkeit der Bewertung
Prüfsummen Kontrolle unveränderter Artefakte
Freigabestatus Unterscheidung zwischen internem Entwurf und Veröffentlichung

Erweiterung um einen neuen Testfall

Das methodische Vorgehen umfasst:

  1. Fähigkeit und Hypothese festlegen.
  2. Testfall mit eindeutiger ID definieren.
  3. Prompt und Eingabedaten erstellen.
  4. erwartetes Ergebnis und Bewertungsverfahren bestimmen.
  5. positive, negative und partielle Beispiel-Antworten prüfen.
  6. Test in einer kleinen Modellgruppe pilotieren.
  7. Unklarheiten korrigieren und Version festlegen.
  8. Test in den regulären Lauf aufnehmen.
  9. Ergebnisse kontrollieren und im nächsten Build freigeben.

Erweiterung um eine Bewertungsregel

Eine neue Regel wird zunächst fachlich beschrieben. Danach wird geprüft, ob ein deterministischer Vergleich möglich ist oder eine semantische Rubrik benötigt wird. Die Regel wird mit korrekten, teilweise korrekten und falschen Beispiel-Antworten getestet.

Jede Änderung erhält eine neue Version. Bereits vorhandene Modell-Antworten können danach erneut bewertet werden, sofern der Prompt unverändert geblieben ist.

Qualitäts-Tore

Vor einer Veröffentlichung durchläuft ein Datenstand mehrere Qualitäts-Tore:

Qualitäts-Tor Prüfung
Definition Testfall und Erwartung sind eindeutig
Ausführung Modell- und Testfall-Zuordnung ist vollständig
Technik Statuswerte und Laufzeiten sind plausibel
Bewertung Regeln und Judge-Ergebnisse sind nachvollziehbar
Aggregation Summen und Quoten stimmen mit Einzel-Runs überein
Inhalt sensible und nicht freigegebene Daten sind ausgeschlossen
Darstellung LLM Testsuite Dashboard, Exporte und Metadaten zeigen denselben Stand
Freigabe Build-Kennung und Methodenfassung sind dokumentiert

Öffentliche Nachvollziehbarkeit ohne Quellcode

Die Veröffentlichung des Quellcodes ist nicht die einzige Form wissenschaftlicher Transparenz. Für die fachliche Nachvollziehbarkeit sind insbesondere folgende Informationen entscheidend:

  • genaue Beschreibung der geprüften Fähigkeit,
  • dokumentierter Prompt-Stand,
  • Modell- und Variantenbezeichnung,
  • Zahl der Wiederholungen,
  • technischer Status,
  • Bewertungsverfahren und Regelversion,
  • Definition der Kennzahlen,
  • Datenstand und Build-Kennung,
  • klare Benennung der Grenzen.

Diese Angaben werden in dieser Methodikstudie, im LLM Testsuite Dashboard und in Research Notes bereitgestellt. Der interne Code ist nicht Bestandteil des öffentlichen Angebots.

Nicht öffentlich bereitgestellte Implementierungsartefakte

Standardmäßig nicht veröffentlicht werden:

  • Quellcode der Ausführungs- und Auswertungskomponenten,
  • interne Skripte und Automatisierungsdateien,
  • konkrete Kommandozeilen und Arbeitsverzeichnisse,
  • Zugangsdaten, Tokens und Provider-Konfigurationen,
  • interne Netzwerk- und Hardware-Details,
  • nicht freigegebene Rohdaten und Antwortvolltexte,
  • interne Judge-Caches und Monitoring-Daten,
  • Sicherheits- und Betriebsdokumentation.

Die methodische Beschreibung bleibt davon unberührt. Sie erklärt, welche Funktionen diese Komponenten erfüllen und wie sie in den Gesamtprozess eingebunden sind.