Das eigentliche Thema: Migration von DTD nach XSD
Viele Verlage, Institutionen und technische Dokumentationsabteilungen besitzen große XML-Bestände, die über viele Jahre entstanden sind. Diese Bestände bestehen oft aus Tausenden von XML-Dateien, die gegen eine oder mehrere DTDs valide sind. Die Dateien können weiterhin nutzbar sein, aber das Modell dahinter ist für moderne Produktionsanforderungen häufig zu permissiv: Werte sind als reiner Text codiert, Maßeinheiten sind uneinheitlich, Bildreferenzen sind nicht normalisiert, Metadatenfelder sind an den falschen Stellen optional, und projektspezifische Regeln stehen in Dokumentationen, statt ausführbar validiert zu werden.
Die Migration von DTD nach XSD ist deshalb nicht nur ein Syntaxwechsel von einer Schemasprache in eine andere. Sie ist ein Modellierungsprojekt. Eine DTD beantwortet die Frage: Welche Elementstrukturen waren im alten System grundsätzlich erlaubt? Ein kuratiertes XSD beantwortet eine genauere Frage: Welche Strukturen, Datentypen und kontrollierten Werte wollen wir im neuen Produktionssystem zulassen?
Dieses Prinzip ist unabhängig von JATS. Es gilt für DocBook, DITA-Customizings, TEI-Subsets, proprietäre Redaktions-DTDs, technische Dokumentationsvokabulare, Produktkataloge, juristische XML-Bestände, Bildungsinhalte, wissenschaftliche Bücher und Manuskriptsysteme. Das Vokabular ändert sich, aber die Migrationslogik bleibt gleich:
- Die alten DTDs und ihre Module identifizieren.
- Den realen Datenbestand analysieren, nicht nur die formale DTD.
- Aus den tatsächlichen Dokumenten ein beobachtetes Schema ableiten.
- Ein strengeres XSD kuratieren, das das zukünftige Produktionsregelwerk ausdrückt.
- Transformationen schreiben, die das alte XML in das kuratierte Modell überführen.
- XML und Assets paketieren, damit Validierung vollständige Publikationen prüfen kann.
- Schematron und Reporting für Qualitätsregeln ergänzen, die XSD allein nicht gut ausdrücken kann.








